EC „Historische Dimensionen des Anthropozäns”

Seit der letzten Jahrtausendwende wird in den Erdsystem- und Humanwissenschaften darüber diskutiert, ob wir uns in einer neuen Epoche der (planetaren) Geschichte befinden. Ist das Holozän, in dem sich ein Großteil der menschlichen Geschichte, wie sie bislang von den Geschichtswissenschaften aufgefasst wurde, zu Ende? Befinden wir uns bereits im Anthropozän, in dem die „Menschheit“ zu einer Macht geworden ist, die Funktionsweise des Erdsystems zu beeinflussen und damit auch das Potential hat, ihre eigene Lebensgrundlage zu zerstören? Ist damit die Unterscheidung von Naturgeschichte und Menschengeschichte hinfällig? Braucht es daher eine neue Art der Geschichtsschreibung, die alle Lebensformen umfasst („more-than-human history“), sich auch auf die planetarische Zeit erstreckt („deep history“) und in der Lage ist, vielfältige Zeitebenen miteinander in Beziehung zu setzen? Was bedeutet das für die humanistische Sichtweise der Geschichte und ihre Periodisierung? Wann hat das Anthropozän begonnen und welche Triebkräfte stehen hinter dem Epochenwandel? Ist der Begriff überhaupt angebracht und welche Alternativen dazu gibt es?

Das seit dem Wintersemester 2025 von der Studienprogrammleitung Geschichte etablierte Erweiterungscurriculum Geschichte ist Angebot an Hörer*innen anderer Studienrichtungen und Fakultäten, sich mit dem Umgang und den Verfahrensweisen der Geschichtswissenschaft in der Konfrontation mit dem neuen Paradigma vertraut zu machen. Die Lehrveranstaltungen im Rahmen des Curriculums können auch von Studierenden der Studienrichtung Geschichte unter „weitere Zugänge“ absolviert werden. Sie umfassen eine Einführungsvorlesung in das Thema aus geschichtswissenschaftlicher Sicht (5 ECTS), ein Guided Reading (5 ECTS) sowie weitere Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 5 ECTS auch aus anderen Studienrichtungen.